Wieso Viszeralfett gefährlich ist und wie man es wieder los wird

Viszeralfett wird oft fälschlicherweise mit dem tast- und sichtbaren Bauchfett oder Hüftgold verwechselt, welches für damit Gesegnete oft nicht nur im Schwimmbad belastend ist – wenn sie sich dort überhaupt noch freiwillig blicken lassen. Wie sich viszerales Fett vom Fettgewebe um die Taille unterscheidet, wieso es so problematisch ist und wie man es wieder loswird, verraten wir in diesem Artikel.

Wieso Bauchfett und viszerales Fettgewebe nicht dasselbe sind

Der Begriff “Viszeralfett” ist vom lateinischen Wort “viscera” abgeleitet, was so viel wie “Eingeweide” heißt. Es handelt sich per Definition um intraabdominales Fettgewebe. Das bedeutet, dass es sich „in der Bauchhöhle“ befindet. Sie ist von der Bauchwand umgeben. Darüber liegt der gerade Bauchmuskel (musculus rectus abdominis). Die Bauchmuskulatur stellt also eine Barriere dar, die neben ihrer stabilisierenden Aufgabe auch die in der Bauchhöhle liegenden Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren vor äußeren Einwirkungen schützt. Das können im Alltag Stöße sein oder im Worst Case ein Unfall. Unterstützt werden die Bauchmuskeln vom viszeralen Fettgewebe das die in der Bauchhöhle liegenden Organe umgibt und ebenfalls vor mechanischer Einwirkung aller Art schützt. Es ist jedenfalls nicht möglich, dieses Gewebe „anzufassen“ oder zu tasten. Ganz anders verhält es sich mit dem Bauchfett das sich direkt unter der Haut befindet. Es liegt „auf“ der Bauchmuskulatur und man kann es anfassen, bewegen und im Spiegel betrachten. Aber auch das viszerale Fett bleibt nicht ewig unbemerkt. Indirekt sichtbar wird es, wenn der Bauch „von innen“ kräftig wächst. Wer dieses Phänomen (den sogenannten Bierbauch) bei sich oder anderen bereits beobachtet hat wundert sich häufig, wieso der Bauch so hart ist und die betroffene Person unter Umständen ansonsten spindeldürr ist und gar keinen erhöhten Körperfettanteil hat. Dafür verantwortlich ist in der Regel das Fettgewebe, welches in der Bauchhöhle überhand nimmt. In seltenen Fällen lässt sich auch ein Organwachstum als hauptverantwortlich identifizieren. Dass diese Art von Fettgewebe notwendig und wichtig ist und deshalb auch seine Daseinsberechtigung im Körper hat, liegt auf der Hand. Aber wie so oft im Leben macht auch hier die Menge das Gift und ab einem gewissen Anteil sollte man aktiv gegensteuern um die Gesundheit zu schützen und die negativen Effekte und Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren oder gar nicht zum Thema werden zu lassen. Wie sich Viszeralfett anatomisch vom subkutanen Fettgewebe bzw. Unterhautfettgewebe – in diesem Fall dem Bauchfett – abgrenzen lässt, haben wir dargestellt. Aber warum ist es so gefährlich? Dieser Frage gehen wir im nächsten Absatz nach.

Welche Krankheiten im Zusammenhang mit dem gefährlichen Fettgewebe stehen

Das Problemgewebe wird mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung gebracht die es begünstigen oder sogar auslösen kann. Dazu zählen unter anderem:

  • Konorare Herzkrankheiten
  • Krebs
  • Schlaganfälle
  • Demenz
  • Diabetes
  • Depressionen
  • Übergewicht / Adipositas
  • Arthritis
  • Schlafstörungen
  • Sexuelle Disfunktion

Das erhöhte Risiko welches mit dem Vorhandensein des unliebsamen Fettgewebes einhergeht kann in Abhängigkeit von der Quantität und weiteren Faktoren die sich negativ auf die Gesundheit auswirken steigen.

Bin ich als Betroffener verloren?

Wenn Du als Trauzeuge auf dem Sprung zur Hochzeit deines besten Freundes bist und dein einziges Hemd das du vor sechs Monaten doch noch getragen hast dir nicht mehr passt weil dein Bauch zu groß ist – dann ja. Du bist definitiv hoffnungslos verloren. Eine Situation, die man niemandem wünscht. Da hilft auch Baucheinziehen nicht mehr weiter und du denkst besser über gute Alternativen nach. Vielleicht passt der Bademantel ja noch! Ansonsten gibt es durchaus Licht am Ende des Tunnels. Denn auch diese Art des Fettgewebes dient als Energiereserve und wird im Bedarfsfall zur Deckung des Energiebedarfs als Substrat herangezogen. Das bedeutet, dass man es bei einem Mangel an Nahrung auch wieder loswerden kann. Man könnte sich zu diesem Zweck mit ein paar Vorräten auf einer einsamen Insel aussetzen und erst ein paar Wochen später wieder abholen lassen. Kokosnüsse hängen einem schnell zum Hals raus und Fische sind schwer zu fangen. Bis man den Dreh raus hat ist man wahrscheinlich schon einen Großteil seines viszeralen Fettgewebes losgeworden. Alternativ kann man seinen Speiseplan auch einfach freiwillig auf Verzicht auslegen, also eine Diät machen. Entscheidend ist ein Energiedefizit das herbeigeführt werden muss. Dieses lässt sich natürlich auch mit sportlicher Aktivität erreichen. Eine Kombination aus ergiebigen Workouts mit einer Ernährungsumstellung ist optimal. Das Geheimnis liegt also darin, weniger Kalorien zuzuführen, als man über Zeitraum X eigentlich benötigen würde. Klingt einfach, ist es in der Theorie auch, aber leider werden einem in der Praxis auch einige Steine in den Weg gelegt. Denn wie so oft gibt es auch hier einige Ungerechtigkeiten.

Warum das Fett um die Organe so gefährlich ist

Weil es sich um hoch aktives Gewebe handelt. Viszeralfett fristet nicht nur sein Dasein im Bauch und sorgt für einen eher weniger eleganten Spoiler – es greift auch in den Stoffwechsel ein und produziert unter anderem Hormone, die im Übermaß höchst problematisch werden und dem Betroffenen mittel- und langfristig massiv schaden können. Das Gewebe nimmt vereinfacht ausgedrückt fast die Rolle eines Organs ein und kann einen großen Einfluss auf den Körper und seine Funktionen haben.

Fettgewebe bzw. Fettzellen (Adipozyten) stellen also nicht nur Energiereserve oder Kalorienspeicher dar, sondern präsentieren sich als vielschichtige und tüchtige Produzenten von Signalmolekülen und weiteren Stoffen, die in unserem Körper kräftig mitmischen.