Reiswaffeln: Nicht so gesund wie du denkst

Vorsicht! Reiswaffeln treiben den Blutzucker in die Höhe und enthalten giftige Stoffe (© Christian Jung – Fotolia)

Reiswaffeln sind ein kalorienarmer und günstiger Snack. Man kann sie einfach so essen oder mit allerlei Aufstrichen, Wurst oder Käse belegen. Auch im Schokoladenmantel stehen sie hoch im Kurs. Ob gesalzen und ungesalzen, Reiswaffeln sind ideal für zwischendurch und sind auch für unterwegs geradezu perfekt. Außerdem sind sie lange haltbar. Dennoch – viele überschätzen die Reiswaffel und schreiben ihr Eigenschaften zu, die so nicht ganz mit den Tatsachen übereinstimmen. Alles über den Snack erfährst du im Folgenden.

Wie der Puffreis hergestellt wird

Dem Namen kann man bereits entnehmen, welches Lebensmittel den Waffeln zugrunde liegt. Es ist der Reis – klar. Die Reiskörner werden bei der Herstellung unter Druck mit Dampf erhitzt. Die verwendeten Verfahren unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander. Das Resultat – der gepuffte Reis – ist aber immer dasselbe. Der Reis wird gemeinsam mit Wasser erhitzt, wobei sich der Wasseranteil auf etwa 15% beläuft. Das Behältnis, welches auch als “Puffreiskanone” bezeichnet wird, wird nun auf etwas über 200°C erhitzt. Wichtig ist bei diesem Prozess, den Druck in dem Behälter möglichst hoch zu halten. Etwa 1,2 MPa. Dann wird der Luftdruck plötzlich auf ein normales Maß reduziert, wodurch das Wasser im Korn verdampft. Daraufhin verändert das Korn seine Gestalt – es bläht förmlich auf und zwar auf das Mehrfache des Ausgangsvolumens. Hierbei verkleistert die Stärke nahezu vollständig. Dieses Verfahren lässt sich beispielsweise auch bei Weizen anwenden. In Indien hat Puffreis eine lange Tradition. Er ist dort ein fester kultureller Bestandteil. Hierzulande werden Reiswaffeln meist in kreisrunder Form in Tüten angeboten. Besonders beliebt sind die Waffeln mit Schokoladenhülle oder bunte und süße Varianten, die Kinderherzen höher schlagen lassen.

Nährwerte, Kalorien, Bestandteile

Die Packungsgröße beträgt in der Regel 100 Gramm, wobei eine einzelne Reiswaffel etwa 7 Gramm schwer ist. Es sind in der Regel also 14 Waffeln in einer Tüte enthalten, wobei eine es auf etwa 27 Kalorien bringt. Davon entfallen etwa 5,6 Gramm auf Kohlenhydrate und 0,2 Gramm auf Fett. Der Proteinanteil beläuft sich auf etwa 0,6 Gramm und ist damit recht niedrig. Als Eiweißquelle fallen sie damit auch schon flach.

100 Gramm enthalten durchschnittlich:

  • 388 Kalorien
  • 7,9 Gramm Protein
  • 80,7 Gramm Kohlenhydrate
  • 3 Gramm Fett
  • 3,4 Gramm Balaststoffe

Klingt erstmal vernünftig. Ein vielseitig einsetzbares und damit abwechlungsreiches Lebensmittel. Aber die Sache hat einen Haken.

Es ist nicht, wie es im ersten Moment scheint

Genau genommen haben Reiswaffeln sogar zwei Haken:

  • 1. Gesundheitsschädliche Bestandteile:
    Analysen haben gezeigt, dass Reis, wozu auch gepuffte Reiserzeugnisse zählen, stark mit Arsen belastet sind. Arsen ist eines der giftigsten Elemente überhaupt. Wir bewegen uns hier in einem Bereich von etwa 100 bis 350 Mikrogramm pro Kilogramm. Der zugelassene Höchstwert im Trinkwasser beträgt innerhalb der EU 10 Mikrogramm pro Liter, nur zum Vergleich. Neben Arsen finden sich aber auch andere Schwermetalle in den beliebten Waffeln für zwischendurch. Cadmium zum Beispiel, oder auch Acrylamid. Das macht den Snack nicht ungenießbar – man sollte den Verzehr aber einschränken und es nicht übertreiben! Als Hauptnahrungsmittel für jeden Tag sollten sie nicht die erste Wahl sein. Dagegen spricht auch noch ein weiterer Punkt.
  • 2. Wenig Kalorien – super für die Diät?
    Nicht ganz. Der Schein trügt, denn auch wenn das hohe Nahrungsvolumen bei niedriger Energiedichte etwas anderes suggeriert – ein dauerhaftes Sättigungsgefühl und ausbleibende Heißhungerattacken können sie nicht gewährleisten. Zumindest, wenn man zu viele Kalorien in Form von Reiswaffeln zuführt. Denn der gepuffte Reis bietet rein flächenmäßig eine sehr hohe Angriffsfläche für allerlei Enzyme. Fakt ist, dass die Stärke sehr schnell in Glucose (Blutzucker) zerlegt wird und sehr rasch in den Blutkreislauf übergeht. Das hat einen raschen Anstieg des Speicherhormons Insulin zur Folge. Deutlich macht dies auch der sehr hohe glykämische Index, welcher den Waffeln zugrunde liegt. Also besser eine Mahlzeit weiter denken und zusätzlich auch auf komplexe Kohlenhydrate bauen.

Das letzte Wort

Reiswaffeln sind toll. Aber eben keine Allzweck-Wunder-Waffe. Man muss sie nicht von der Speisekarte verbannen, sollte es aber auch nicht übertreiben. Also praktisch so verfahren, wie man es fast immer tun sollte. In Maßen total okay, für die Diät nur bedingt geeignet – wenn man nicht gerade bei 1.000 Kalorien pro Tag herumdümpelt – und aufgrund diverser schädlichen Stoffe die im Reis regelmäßig nachgewiesen werden besser zu begrenzen.