Wieso du mehr Tomaten essen solltest


Tomaten – köstlich und gesund trifft auf diese Früchte zu, die in zahlreichen Variationen zu genießen sind. Genauso zahlreich sind die Sorten, die es inzwischen gibt und auch die Tomate selbst hat unterschiedliche Namen. So wird sie in Österreich Paradeiser, Paradies- oder Liebesapfel genannt. Und der italienische Name Pomodoro leitet sich aus der ursprünglich gelben Farbe ab, was an Gold erinnerte. Auch was die gesunden Inhaltsstoffe betrifft, können Tomaten einiges vorweisen: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und vor allem Lycopin, das antioxidative Eigenschaften besitzt und Schutz vor Herzerkrankungen und Arteriosklerose bieten soll.

Tomaten zählen wie Kartoffeln, Paprika und Auberginen zur Familie der Nachtschattengewächse und werden als Früchte bezeichnet. Diese wachsen an krautigen, in der Regel einjährigen, Pflanzen und je nach Sorte in kleinen oder größeren Rispen. Die Urform der Tomate war klein und rund, ähnlich den heutigen Kirschtomaten. Aus jahrhundertlangen Züchtungen entstanden zahlreiche Sorten mit einer großen Geschmacks- und Formenvielfalt. Farblich reicht das Spektrum von einem kräftigen Rot über Orange, Gelb bis hin zu gestreiften und marmorierten Früchten. Tomaten zählen zum Gemüse und sind in fast allen Küchen der Welt zuhause.

Die Heimat der Tomate ist Süd- und Mittelamerika. Wie archäologische Samenfunde beweisen, kultivierten schon die Mayas diese Pflanzen. Später auch die Azteken in Mexiko. Bei beiden Völkern wurde sie Xitomatl oder kurz Tomatl genannt. 1498 brachte Kolumbus von seiner zweiten Amerikareise einige Pflanzen nach Europa mit. Einige Jahre später kamen durch Hernán Cortéz – er eroberte das Aztekenreich – weitere Tomatenpflanzen nach Europa. Verbreitung fanden alle zunächst in Spanien, Portugal und Italien, da das warme Klima ähnlich wie in Südamerika war. Doch wurden Tomaten anfänglich nur als Zierpflanzen kultiviert, da sie durch ihre Ähnlichkeit mit der giftigen Tollkirsche als unbekömmlich galten. 1543 tauchten Tomatenpflanzen das erste Mal in einem Botanischen Garten in Deutschland auf. Erst im 18. Jahrhundert wurde die Tomate in Italien und England als Lebensmittel bekannt, Anfang 1900 dann auch in Deutschland. Im großen Stil jedoch erst nach 1945. Heute ist die Tomate eines der beliebtesten Nahrungsmittel und findet Verwendung für Salate, als vielfältige Beilage oder verarbeitet als Soße, Ketchup und Tomatenmark.

Inzwischen werden Tomaten weltweit angebaut. Hauptproduzenten in Europa sind Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und die Niederlande. Diese Länder exportieren nahezu ganzjährig Tomaten, während deutsche Tomaten bei uns nur in den Sommermonaten angeboten werden.

Weltweit gibt es etwa 3.000 verschiedene Tomatensorten. Diese werden nach Typ eingeteilt wie normale runde Tomate, Fleischtomate, Dattel-, Eier- und Flaschentomate, Ochsenherz- und Kirschtomate sowie Buschtomaten extra für die Topfkultur. Vermehrt wurden im Bio-Landbau in den letzten Jahren wieder alte Sorten entdeckt und kultiviert. Auch viele Hobbygärtner setzen auf die geschmacklich intensiveren alten Sorten. Doch lohnt es sich, die neueren ebenfalls auszuprobieren. Einige bekannte Sorten sind:

  • Harzfeuer, bewährt, frühreifend, rund, aromatisch, ideal für Freiland
  • Mirabelle, frühreifend, mild-süß, widerstandsfähig gegen Braunfäule
  • Matina, bewährte frühe Freilandsorte mit platzfesten Früchten
  • Rotkäppchen, Mini-Buschtomate für Topf und Balkonkasten, Ausgeizen überflüssig
  • Agro, San Marzano Tomate, kräftiges Aroma, festes Fleisch, robust und resistent gegen Tomatenkrankheiten
  • Ravello F1, Mini San Marzano Tomate mit großen Rispen, süß-fruchtig, hoher Lycopin-Gehalt

Ob rot, orange, gelb, dunkel-lila, gestreift oder marmoriert, gesund sind alle Tomatensorten. Mit 95 % ist Wasser der Hauptbestandteil. Neben B-Vitaminen enthalten Tomaten viel Vitamin C, dazu die Mineralstoffe Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor und Zink sowie wichtige Spurenelemente. Ein bedeutender Inhaltsstoff ist das Lycopin. Ein Carotinoid, das sich nur in den roten Sorten befindet. Am stärksten ist seine antioxidative Wirkung in verarbeiteten Produkten, denn es entfaltet sich erst bei höheren Temperaturen und kann dann vom Körper sehr gut aufgenommen werden.

Gelagert werden Tomaten am besten bei 13-18 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit, dann sind sie bis zu 14 Tagen haltbar und verlieren kaum an Inhaltsstoffen. Bei einer Lagerung unter 12 Grad – etwa im Kühlschrank – verlieren Tomaten an Geschmack. Außerdem getrennt von anderem Obst und Gemüse lagern, da Tomaten wie Äpfel ein Reifegas verströmen, das den Reifeprozess von daneben Gelagertem beschleunigt.

Grüne, unreife Tomaten sollten nicht verzehrt werden, sie enthalten ein giftiges Alkaloid. Dieses kann Übelkeit, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Krämpfe auslösen. Allerdings gibt es inzwischen auch grüne Tomatensorten, die unbedenklich verzehrt werden können.

Inhaltsstoffe, Nährwerte & Kalorien

Nährwerte pro 100 Gramm Tomaten
Energie19 kcal
79 kJ
Protein1 g
Fett0,1 g
Kohlenhydrate3 g
Ballaststoffe1 g
Vitamine
Vitamin C20 mg
Vitamin B10,06 mg
Vitamin B20,04 mg
Vitamin B60,10 mg
Vitamin B120,0 µg
Vitamin E0,8 mg
Folsäure20 µg
Carotine (Beta-Carotin)590 µg
Vitamin A1 (Retinol)0 µg
Mineralstoffe
Natrium (Na)3 mg
Kalium (K)235 mg
Calcium (Ca)10 mg
Magnesium (Mg)10 mg
Phosphat (P)20 mg
Eisen (Fe)0,5 mg
Zink (Zn)0,2 mg
Quelle: "Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle"