Spinat – das gesunde Blattgemüse

Wer bringt Spinat nicht mit Popeye dem Seemann in Verbindung! Er verzehrte dosenweise Spinat, um daraus Muskeln und Kraft zu entwickeln. Vielen Kindern wurde und wird er als Beispiel aufgezeigt. Aktuelle Studien geben dem recht, was die Muskeln betrifft. Allerdings enthält Spinat weitaus weniger Eisen, als immer geglaubt wurde. Dafür enthält er viele andere wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, dabei ist er auch noch kalorienarm. Spinat kann gekocht und die jungen Blätter als Salat verzehrt werden.

Was man über das Blattgemüse wissen sollte

Spinat gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist eine einjährige Pflanze. Unterschieden wird zwischen dem zarten Frühlings-/Sommerspinat und dem kräftigeren Herbst-/Winterspinat. Beim Kauf sollte Spinat immer grün und knackig aussehen, dann ist er im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu maximal fünf Tagen haltbar. Um ein Austrocknen der Blätter zu vermeiden, wickelt man sie am besten in ein feuchtes Küchentuch. Plastikbeutel eignen sich nicht, darin fängt der Spinat durch die Feuchtigkeit zu faulen an.

Herkunft

Vermutlich entstand Spinat in Südwestasien aus zwei Wildformen. Von Persien über Arabien fand er dann seinen Weg im 9. Jahrhundert nach Spanien. Albertus Magnus erwähnte ihn im 13. Jahrhundert das erste Mal in Mitteleuropa und im 15. Jahrhundert galt er schon als Heilpflanze. Bis dahin war die mit dem Spinat verwandte Gartenmelde ein beliebtes Gemüse, sie wurde jedoch von diesem mehr und mehr verdrängt. Heute wird Spinat weltweit – außer in den Tropen – angebaut. In Europa hauptsächlich in Frankreich und Italien.

Saison

Frischer Spinat wird überwiegend im Frühling und Spätherbst angeboten. Das liegt daran, dass er Kurztagsbedingungen braucht, d. h. bei längerer Lichteinwirkung setzt er Blüten an. Die Aussaat für den zarten Frühlingsspinat erfolgt zeitig im Frühjahr, Ernte ist dann bis etwa Mai/Juni. Der kräftigere Herbstspinat wird Anfang August ausgesät und bis etwa November geerntet. Inzwischen gibt es jedoch auch Sorten, die spätblühend sind und so den ganzen Sommer über angebaut und geerntet werden können. Innerhalb dieser Einteilung gibt es verschiedene Sorten.

Sorten

Matador, bekannte und bewährte Sorte für den Frühjahrs- und Herbstanbau, ertragreich und schmackhaft
Baby Leaf, besonders zart für Salat, Frühjahrsanbau
Butterfly, bewährte Sorte mit gutem Ertrag, für Frühjahrs- und Herbstanbau
Celesta, ertragreich und resistent gegen Mehltau, auch für den Sommeranbau geeignet
Columbia, schnellwachsend und ertragreich, für den Sommeranbau geeignet.

Wieso Spinat gesund ist

Was macht den Spinat nun so gesund? Neben den Vitaminen C, E und K enthält er Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen sowie reichlich Antioxidantien. Außerdem enthält er eine Menge an Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A und das Carotinoid Lutein, beide Stoffe schützen in hohem Maße die Augen. Trotz der früheren, irrigen Meinung, dass Spinat das eisenreichste Gemüse wäre, hat frischer Spinat mit 3,5-4 Milligramm Eisen je 100 Gramm immer noch einen höheren Eisengehalt als zahlreiche andere Gemüsesorten. Als ideale Eisenquelle gilt Spinat trotzdem nicht. Er enthält Oxalsäure, die das pflanzliche Eisen im Körper bindet und damit nicht so gut aufgenommen werden kann. Dies gilt auch für Kalzium. Daher wird empfohlen, Spinat zusammen mit Vitamin C-reichen Lebensmitteln wie etwa Kartoffeln zu essen und den gekochten Spinat mit etwas Sahne oder Crème fraiche zu verfeinern. Dadurch wird die Oxalsäure vermindert. Oxalsäure ist kritisch bei Nierenproblemen, Osteoporose, Rheuma, Arthritis und Gicht.

Gesundheitsschädigende Wirkung wird dem Spinat aufgrund seines Nitratgehaltes nachgesagt. Aus dem Boden nimmt die Pflanze das Nitrat auf, das im Körper oder bei der Verarbeitung zu Nitrit und möglicherweise in Nitrosamine umgewandelt wird, die in Verdacht stehen, krebsauslösend zu sein. Allerdings ist dies kein Grund, auf Spinat zu verzichten, denn wie heißt es: Die Menge macht das Gift. Daher lautet die allgemeine Empfehlung: Erwachsene können einmal wöchentlich beruhigt Spinat essen. Babys füttert man anfangs am besten mit gekaufter Babynahrung als Spinat. Dieser unterliegt strengen Anforderungen hinsichtlich Nitratgehalt.

Spinat gilt in der Volksmedizin auch als Heilpflanze. So können bei Blähungen die gekochten Blätter helfen und bei Durchfall ist er eine leicht verdauliche Schonkost. Spinatsamen gelten als Abführmittel. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe kann Spinat blutdrucksenkend wirken und Dank der enthaltenen Antioxidantien soll er eine krebsvorbeugende Wirkung haben. Außerdem gilt er als appetitfördernd, fiebersenkend und soll bei Entzündungen helfen.

Nährwerte, Inhaltsstoffe & Kalorien

Nährwerte pro 100 Gramm Spinat
Energie20 kcal / 82 kJ
Protein3 g
Fett0,3 g
Kohlenhydrate1 g
Ballaststoffe1,8 g
Vitamine
Vitamin C50 mg
Vitamin B10,09 mg
Vitamin B20,20 mg
Vitamin B60,22 mg
Vitamin B120,0 µg
Vitamin E1,4 mg
Folsäure145 µg
Carotine (Beta-Carotin)4800 µg
Vitamin A1 (Retinol)0 µg
Mineralstoffe
Natrium (Na)70 mg
Kalium (K)550 mg
Calcium (Ca)120 mg
Magnesium (Mg)60 mg
Phosphat (P)45 mg
Eisen (Fe)3,4 mg
Zink (Zn)0,6 mg
Quelle: "Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle"

Frischer Spinat VS Rahmspinat

Nährwerte pro 100 GrammFrischer SpinatRahmspinat
Energie20 kcal / 82 kJ103 kcal / 432 kJ
Protein3 g3 g
Fett0,3 g8,4 g
Kohlenhydrate1 g2 g
Ballaststoffe1,8 g1,7 g
Vitamine
Vitamin C50 mg25 mg
Vitamin B10,09 mg0,07 mg
Vitamin B20,20 mg0,19 mg
Vitamin B60,22 mg0,18 mg
Vitamin B120,0 µg0,1 µg
Vitamin E1,4 mg1,4 mg
Folsäure145 µg75 µg
Carotine (Beta-Carotin)4800 µg3900 µg
Vitamin A1 (Retinol)0 µg80 µg
Mineralstoffe
Natrium (Na)70 mg240 mg
Kalium (K)550 mg430 mg
Calcium (Ca)120 mg125 mg
Magnesium (Mg)60 mg50 mg
Phosphat (P)45 mg60 mg
Eisen (Fe)3,4 mg2,6 mg
Zink (Zn)0,6 mg0,7 mg
Quelle: "Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle"