Paprika – Alles andere als langweiliges Gemüse

Von mild bis scharf – Paprika gibt es für jeden Geschmack. Doch eines haben sie gemeinsam: Alle sind gesund, denn sie enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und weitere gesundheitsfördernde Wirkstoffe. Außerdem sind sie besonders kalorienarm. Unterschieden wird zwischen dem fleischigen Gemüsepaprika, der roh und als Gemüse schmeckt, sowie dem scharfen Gewürzpaprika, der getrocknet und gemahlen oder eingelegt wird. Paprika ist schon seit Jahrtausenden in den tropischen Ländern bekannt und heute wird er fast auf der ganzen Welt kultiviert.

Paprika, botanische Bezeichnung Capsicum, zählt wie Tomaten, Auberginen und Kartoffeln zur Familie der Nachtschattengewächse. In den tropischen Ländern wachsen die sogenannten Früchte an kleinen, strauchartigen Pflanzen, bei uns dagegen an einjährig gezogenen Pflanzen jeweils in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Die Urform hatte etwa 1 cm große, runde und sehr scharfe Früchte. Durch gezielte Kreuzungen entstanden zahlreiche Sorten. Dazu zählen neben dem Gemüsepaprika auch Chili, Peperoni, Cayenne und Jalapeño. Alle enthalten – in unterschiedlicher Konzentration- Capsaicin, das die Schärfe erzeugt. Es sitzt hauptsächlich in den Samenkernen und in den Scheidewänden. Die Fruchtwände selbst sind dagegen fast frei von Capsaicin. Reife Früchte können gelb, orange, rot, braun und weiß sein, grüne sind dagegen unreif, können aber verzehrt werden.

Die ursprüngliche Heimat von Paprika ist Süd- und Mittelamerika. Ausgrabungen in Mexico beweisen, das Paprika dort schon 7.000 Jahre v. Chr. als Nutzpflanze bekannt war. Vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus wurden alle heute noch angebauten Arten von den einheimischen Völkern dort kultiviert. Von seiner Reise brachte Kolumbus diese Pflanzen mit, die dann in Spanien angebaut wurden und unter der Bezeichnung “Spanischer Pfeffer” auch bis heute bekannt sind. Durch den Kolonialismus und den dadurch entstandenen Welthandel breiteten sich die verschiedenen Sorten in Südostasien, im Nahen Osten und in Afrika aus. In Deutschland wurden Paprikapflanzen im Jahr 1542 zum ersten Mal erwähnt und zwar erstaunlicherweise als Topfpflanzen.

Der Anbau von Paprika erfolgt heute weltweit in allen tropischen und gemäßigten Zonen. In Europa reicht die Vegetationsperiode durch den überwiegenden Gewächshausanbau über das ganze Jahr. Dazu wird in mehreren Sätzen gepflanzt. Hauptproduzenten sind Spanien und die Niederlande. Im Sommer werden zusätzlich der blockige Gemüsepaprika aus Deutschland und der Spitzpaprika aus Ungarn angeboten. Die scharfen Chilischoten kommen dagegen vorwiegend aus Asien, Süd- und Mittelamerika.

Vermehrt werden Paprika und Chili auch von Hobbygärtnern angebaut. In Gewächshäusern gelingt dies ganz gut. Empfehlenswerte Sorten dafür sind:

  • Bendigo F1, große Gemüsepaprika, früh und ertragreich, würzig-aromatisch, reift von Grün nach Rot
  • Jericho F1, milder Gemüsepaprika, hoher Ertrag, speziell für Terrasse und Balkon, aber auch für Beete
  • Gypsy F1, ungarischer Spitzpaprika, reift von Gelb zu Rot
  • Roter Zwergchili, ideal für die Topfkultur, sehr scharf
  • Zitronenchili, gelbfleischig, mittelscharf, fruchtig-zitroniges Aroma, kann sogar frostfrei überwintert werden
  • Chili de Cayenne, mittelscharf, kann getrocknet werden, aus dieser Sorte wird auch der Cayenne-Pfeffer hergestellt
  • Neu sind Snackpaprikas, verschiedene Sorten in Rot und Orange, kleine Früchte zum Naschen mit süßlichem Geschmack, ideal für Töpfe auf Terrasse und Balkon

Egal welche Farbe Paprika hat, er ist gesund und kalorienarm. Neben A und B Vitaminen hat er einen hohen Gehalt an Vitamin C, wobei die roten Sorten am meisten enthalten. Dazu kommen die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Calcium und Zink, außerdem Flavonoide und Carotine. Während die Flavonoide als Radikalenfänger im Körper agieren, spielen die Flavonoide bei der Farbe der Paprikas eine Rolle. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff – vor allem bei den scharfen Sorten – ist das Capsaicin. Es ist weniger auf der Zunge zu spüren, sondern löst einen Hitze- und Schmerzreiz aus. Gemüsepaprika enthält fast gar nichts davon, Peperoni, die verschiedenen Chilis, Jalapeño und Cayenne entsprechend mehr.

Von den amerikanischen Ureinwohnern wurde Paprika aufgrund des hohen Capsaicingehaltes auch als Heilmittel gegen Zahnschmerzen und Arthrose verwendet. Am bekanntesten sind bei uns heute die Wärmepflaster gegen rheumatische Beschwerden. Auch bei Migräne, Hexenschuss und diabetischer Neuropathie kommen capsaicinhaltige Mittel zum Einsatz. Der hohe Vitamin C-Gehalt stärkt die Immunabwehr und verbessert Durchblutungsstörungen.

Neben seinen positiven Wirkungen können die scharfen Sorten bei empfindlichen Menschen allerdings Blasenirritationen, Magenschmerzen und Durchfall auslösen. Wer unter einer Birkenpollenallergie leidet, sollte ebenfalls vorsichtig sein beim Verzehr von Paprika (Kreuzallergie).