Litschi – die exotische Frucht aus den Subtropen

Litschis, auch als chinesische Liebesfrucht und chinesische Pflaume bezeichnet, gibt es bei uns inzwischen fast das ganze Jahr über in jedem Supermarkt und beim Discounter. Doch meist kennen wir diese Frucht nur aus dem China-Restaurant, wo sie aus der Dose serviert wird und geschmacklich mit der frischen Frucht nicht zu vergleichen ist. Zugegeben, Litschis sehen mit ihrer dunkel- bis hellrosafarbenen und noppigen Schale wenig ansprechend aus. Doch darunter verbirgt sich ein saftiges und leicht säuerliches, weißes Fruchtfleisch, das rosenartig duftet und wunderbar schmeckt. Verwendet werden die Früchte frisch in Obstsalaten, als Dekoration für Eisbecher und Cocktails und aufgrund ihres Geschmacks eignen sie sich ideal für tropische und asiatische Gerichte. In den Ursprungsländern wird aus den Früchten auch Litschisaft und -wein hergestellt. Ein großer Teil gelangt in Dosen konserviert zu uns. Mit ihren zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen können Litschis als echte Vitaminbomben bezeichnet werden.

Der Litschibaum zählt zur Familie der Seifenbaumgewächse und trägt die botanische Bezeichnung Litchi chinensis. Es ist ein immergrüner Baum, der langsam wächst und bis zu 15 Meter Höhe erreicht. Kurze, trockene und frostfreie Winter sowie lange, heiße Sommer mit viel Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit bieten die besten Anbaubedingungen. Litschi, Litsch, im Englischen Lychees, Chinesische Haselnuss und Liebespflaume sind nur einige Namen für diese Früchte. Die etwa pflaumengroßen Litschis hängen in langen Rispen bis zu 30 Stück zusammen. Je nach Sorte reicht die Farbe der noppigen Schalen von rosa über rot bis hin zu bräunlich. Die Schale selbst ist dünn, in reifem Zustand oft leicht brüchig und lässt sich durch Einritzen mit einem Messer oder dem Fingernagel abpellen. Im Inneren der Frucht befindet sich ein dunkelbrauner Samenkern.

Litschis zählen zu den ältesten kultivierten Früchten im südasiatischen Raum. Ihre ursprüngliche Heimat ist Südchina, wo die Früchte seit fast 4.000 Jahren als Liebesfrucht verehrt werden. Von dort aus gelangten einige Sorten im 17. und 18. Jahrhundert nach Myanmar, Indien und Thailand. Jahrzehnte später war der Litschibaum fast im gesamten südasiatischen Raum verbreitet. Heute gedeiht der Baum weltweit in subtropischen Zonen und Ländern wie Florida, Kalifornien, Australien, auf Hawaii und sogar in Israel. Vermutet wird, dass er in einige Länder von chinesischen Einwanderern mitgebracht wurde. Hauptlieferant ist jedoch China mit nahezu einer Tonne Litschis im Jahr. Dort liegt im Süden des Landes der Hauptindustriebereich der Früchte. Je nach Sorte und Anbaugebiet ist die Erntezeit unterschiedlich, sodass wir in Europa fast das ganze Jahr über frische Früchte genießen können.

Litschis enthalten eine ganze Menge an Vitaminen und Mineralstoffen, allen voran Vitamin C und Folsäure. Verschiedene B-Vitamine unterstützen den Stoffwechsel und Vitamin E gilt als Radikalenfänger. An Mineralstoffen zählt vor allem Kalium, das für die Erregung von Muskel- und Nervenzellen verantwortlich ist. Aber auch Magnesium, Calcium, Phosphat, Zink, Natrium und Eisen sind in den reifen Früchten enthalten. Unreife Früchte enthalten dagegen natürliches Hypoglycin A oder Methylencyclopropylglycine (MCPG). Beides sind Stoffe die nach dem Verzehr unreifer Litschis schwere Hypoglykämien (Unterzuckerungen) auslösen können.

In der Chinesischen Medizin werden Früchte, Schalen und Samen für vielerlei Heilzwecke verwendet. So soll die Frucht angeblich Geschwüre heilen. Dazu die Litschi schälen, entsteinen, in Scheiben schneiden und auf die entsprechenden Stellen legen. Ein Absud aus Wurzeln, Borke oder Blüten zum Gurgeln soll bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen.

Der Geschmack reifer Litschis ist einzigartig: süß-säuerlich, saftig, erfrischend mit einem Hauch von Himbeeren und Sauerkirschen. Der Duft erinnert an Rosen und Ingwer. Deshalb sollten sie am besten frisch verzehrt werden. Im Kühlschrank halten sich die Früchte einige Tage, verlieren jedoch an Geschmack. Auch bei Zimmertemperatur verderben sie schnell. Durch die dünne Schale kann das Fruchtfleisch auch austrocknen. Litschis lassen sich aber leicht einfrieren. Einfach schälen, den Kern entfernen und in Behältern oder Gefrierbeutel verpacken und einfrieren.

Inhaltsstoffe, Nährwerte & Kalorien

Nährwerte pro 100 Gramm Litschi
Energie77 kcal
323 kJ
Protein1 g
Fett0,3 g
Kohlenhydrate17 g
Ballaststoffe1,6 g
Vitamine
Vitamin C40 mg
Vitamin B10,05 mg
Vitamin B20,05 mg
Vitamin B60,01 mg
Vitamin B120 µg
Vitamin E0,3 mg
Folsäure25 µg
Carotine (Beta-Carotin)0 µg
Vitamin A1 (Retinol)0 µg
Mineralstoffe
Natrium (Na)2 mg
Kalium (K)190 mg
Calcium (Ca)10 mg
Magnesium (Mg)10 mg
Phosphat (P)35 mg
Eisen (Fe)0,4 mg
Zink (Zn)0,2 mg
Quelle: "Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle"