Wieso Bananen echte Rockstars sind

Bananen sind neben dem Apfel der Klassiker schlechthin wenn es um gesunde Snacks für zwischendurch geht. Auch für unterwegs sind sie dank ihrer praktischen Schale das perfekte Obst und zudem geschmacklich einfach überzeugend. Was in der Banane steckt, wo sie herkommt und wieso man sie als Sportler viel öfter essen sollte, verraten wir in diesem Artikel.

Was sind Bananen überhaupt?

Im botanischen Sinne handelt es sich bei der Banane eigentlich um eine Beere. Es gibt hunderte Sorten weltweit von denen uns jedoch nur sehr wenige bekannt sind. Bei uns im Supermarkt findet man hauptsächlich Obstbananen die auch als Früchte bezeichnet werden können. Es gibt aber auch Gemüse- und Textilbananen. Gemüsebananen kommen hauptsächlich in Asien und Afrika auf den Tisch und sind dort in etwa so bedeutsam wie die Kartoffel bei uns. Textilbananen sind ein Sammelbegriff für unterschiedliche Faserbananen aus der Familie der Bananengewächse (Musaceae) die speziell wegen ihrer Fasern angebaut werden und nicht zum Verzehr geeignet sind.

Die Bananenpflanze

Bananen wachsen an Stauden. Eine Bananenstaude wird zwischen fünf und 10 Meter hoch. Der charakteristischen Scheinstamm ist ein typisches Merkmal für die Bananenpflanze. Der Stamm besteht aus starren Blättern die miteinander verschlungen sind. Ein weiteres Merkmal ist die kurze Lebensspanne einer Bananenstaude. Sie trägt in ihrem kurzen Leben nämlich nur einmal Früchte, dann verkümmert sie. Natürlich nicht, ohne zuvor für Nachwuchs in vorm von Schössöingen auf dem Boden gesorgt zu haben. Aus diesen entstehen dann neue Stauden. Bananen selbst gibt es übrigens in ganz unterschiedlichen Größen. Von wenigen Zentimetern bis fast einem halben Meter ist alles dabei – auch wenn die besonders groß- oder kleindimensionierten Sorten eher selten angeboten werden in Deutschland. Die Blüten der Bananenpflanze verwandeln sich in nur einem Vierteljahr zu Bananen. Der Blütenstand selbst bildet sich in etwa einem halben Jahr aus und der komplette Prozess der Pflanze bis zur Ernte dauert etwa ein bis eineinhalb Jahre. Aus der Mitte der Staude wächst der sogenannte Büschel – den Fruchtstand der Staude. Er trägt die Blüten, die dann entsprechend die Früchte ausbilden, welche man dann als Bananen oder “Finger” bezeichnet. Bis zu 20 solcher Finger können dabei zusammen an der Pflanze hängen bis sie geerntet werden. Gruppiert bezeichnet man sie auch als Hände. In der Summe werden die tropischen Früchte im Team teilweise über 50 Kilogramm schwer. Für die Erntehelfer eine echte Herausforderung.

Die Ursprünge

Schon Alexander der Große soll die gelbe Frucht auf seinen Feldzügen verdrückt haben. Die schmackhafte Frucht stammt ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum und war zunächst in Ländern wie Thailand populär. Nachdem sie dann Indien unsicher gemacht hat, wurde sie auch in Arabien populär. Banane kommt vom arabischen Wort “banan” was soviel wie “Finger” bedeutet – so treffend wie plausibel. Über arabische Händler fand sie dann den Weg nach Afrika und von dort dann auch in andere Regionen der Erde. Erst im 15. Jahrhundert brachten Seefahrer aus Portugal sie auf die Kanaren. Knapp einhundert Jahre später haben sie spanische Seefahrer dann nach Amerika gebracht. Dort schlug sie ein wie eine Bombe – vor allem in Mittel- und Südamerika weil dort die perfekten klimatischen Verhältnisse vorherrschten, damit die Bananenstauden prächtig gedeihen konnten. Im 19. Jahrhundert schlug die Banane dann in Europa auf. Der Import im großen Stil ließ solange auf sich warten, weil es zuvor nicht gelingen wollte, die schnell reifende Frucht über so große Distanzen zu transportieren und dabei frisch zu halten. In Europa angegkommen, avancierte sich die Banane rasch auch in Deutschland zu einer der beliebtesten und am meisten verzehrten Obstsorten. Laut statista sind die bedeutendsten Herkunftsländer von Bananen für Deutschland Kolumbien, Ecuador und Costa Rica. Allein aus diesen drei Ländern die geografisch sehr Nahe sind importiert Deutschland jährlich über 1 Millionen Tonnen Bananen. Etwas abgeschlagen dahinter liegen Peru, die Dominikanische Republic und Nicaragua. Auch Mittelamerika ist mit Mexiko in der Statistik vertreten. Tropisches und subtropisches Klima garantieren beste Bedingungen und stattliche Ernten.

Bananensorten

Bei mehreren hundert Sorten und der damit einhergehenden Vielfalt kommt so schnell keine Langeweile auf. Zumindest, wenn man Geschäfte in der Nähe hat, die neben den Standardsorten auch weitere führen. In allen Größen und Farben kommen sie dann daher und sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan und eröffnen aufgrund ihrer geschmacklichen Unterschiede ganz neue Möglichkeiten der Zubereitung. Saison ist immer, rund ums Jahr, da die Herkunftsländer die meiste Zeit über optimale Bedingungen bieten und immer irgendwo angebaut werden kann und wird. Besonders bekannt sind neben den klassischen Varianten (meist Cavendish) vor allem sogenannte Babybananen oder auch Fingerbananen. Neben Südamerika werden sie hauptsächlich in Kenia angebaut. Die sehen nicht nur besonders ansprechend aus, sondern schmecken darüberhinaus auch noch köstlich. Mehl- und Kochbananen unterschiedlicher Art sind im ungekochten Zustand nicht genießbar. Allerdings schmecken sie wunderbar nachdem man sie gebraten oder gebacken hat. Als Beilage zu herzhaften Gerichten eignen sie sich ausgezeichnet. Auch Bananenmehl lässt sich daraus herstellen. Sie eignen sich auch sehr gut zur Herstellung von Bananenchips.

Ernte, Transport & Reifung

Bananen entwickeln sich an der Staude in der Regel nicht zur Genussreife, weil sie dabei eine mehlige Konsistenz annehmen und ihre Schale aufplatzen würde. Deshalb werden sie grün geerntet und nach dem Export zur nachträglichen Reifung in sogenannte Reifekammern gegeben.

Vor der Reise ins Zielland werden Bananen anhand unterschiedlicher Kriterien vor Ort auf der Plantage vorsortiert. Exemplare die nicht den strengen Richtlinien hinsichtlich den Anforderungen an die Qualität entsprechen, werden aussortiert und dem lokalen Handel zugeführt. Die Exemplare welche für den Export geeignet sind, werden in ein Wasserbad gelegt, um das enthaltene Latex herauszuwaschen. Auf der Kleidung würde es sonst unter Umständen für den ein oder anderen Fleck sorgen. Ein gewisser Anteil in der Frucht selbst ist allerdings für die Nachreife von elementarer Bedeutung.

Im Anschluss werden sie in die typische Clusterform bestehend aus vier bis acht Früchten gebracht, in der sie dann später auch im Supermarkt landen. Gemeinsam ist es ja auch schöner als allein, vor allem auf einer langen Reise kann etwas Gesellschaft nicht schaden.

Auf den Plantagen sind natürlich auch Schädlinge aller Art ein Thema. Die Panama-Krankeit, die Black und Yellow Sigatoka und andere Pilzerkrankungen zum Beispiel. Deshalb wird leider hier und da auch die chemische Keule geschwungen. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, kann man auf Bio Bananen bauen. So wird die Gesundheit der Plantagenarbeiter geschont, die Umwelt und letztendlich auch wir selbst. Auch erwähnenswert ist, dass die Plantagen selbst nicht auf ewig verwendet werden können. Das liegt am hohen Nährstoffbedarf der Bananenpflanzen, der über den Boden gedeckt werden muss. Nach knapp zwei Dekaden muss deshalb neuer Grund her.

Nach einem Desinfektionsbad erhalten sie dann gegebenenfalls ein Label oder einen Aufkleber mit dem Namen, unter welchem sie dann später vertrieben werden. Danach werden sie in Kartons verpackt und können die Reise zum Zielland antreten. In der Regel werden dazu besonders große Frachtschiffe verwendet, die optimale Bedingungen in Hinsicht auf Luftzirkulation und Temperatur bieten können. Diese Kolosse sind nicht selten so lang wie zwei oder drei Fußballfelder oder bis zu 200 Meter. Ein paar Hunderttausend Kartons finden in den riesigen Schiffen Platz und ihr Inhalt wird während der Überfahrt bei konstantem Luftaustausch auf konstante 13,2 Grad Celsius herabgekühlt bis sie in Europa ankommen um von dort dann in die Reiferei verbracht zu werden.

Bevor sie im Supermarkt landen verbringen die gesunden Früchte ein paar Tage in sogenannten Reifekammern. Dort wird die nachträgliche Reifung bei etwas höheren Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad Celsius angeregt, ehe sie nach etwa einer Woche die Reifekammern wieder verlassen und dann endlich an den Mann oder die Frau gebracht werden können. Bei der Reifung kommt ein Gas namens Äthylen zum Einsatz. Es leitet den Reifeprozess ein und sorgt dafür, dass die Bananen selbst dazu übergehen, das natürliche Gas zu bilden. Die Konzentration liegt im Promillebereich und ist daher kaum der Rede wert. Beim Reifeprozess selbst wird dann die Stärke in Zucker umgewandelt. Das Verhältnis ändert sich hierbei im Laufe der Zeit von etwa 20:1 (Stärke:Zucker) zu 1:20 (Stärke:Zucker). So hat es letztendlich selbst in der Hand, zu welchem Zeitpunkt mit welchem Zuckeranteil man das Obst verzehrt.

Lagerung

Nach der langen Reise landet die Banane dann in unserem Einkaufswagen und wir nehmen sie mit zu uns nach Hause, wo sie dann bis zum Verzehr möglichst optimal gelagert werden sollte, um die Haltbarkeit möglichst zu maximieren und geschmacklich alles aus dem Obst herauszuholen. Wie man das am besten anstellt, verraten die folgenden Tipps.

Der Kühlschrank ist ein absolutes NoGo. Die gelben Früchte kommen aus Anbaugebieten mit hohem Temperaturen. Da fühlen sie sich auch am wohlsten. Im Kühlschrank werden die Zellen zerstört und die Bananen werden matschig. Wenn man sie einfriert und dann wieder auftaut, haben sie fast die Konsistenz von Wasser und machen sich selbständig.

Die Lagerung sollte deshalb im Idealfall bei Zimmertemperatur erfolgen. Es gilt aber der Grundsatz: Je kühler sie (außerhalb vom Kühlschrank) gelagert werden, je langsamer reifen sie auch. Unter 12 Grad Celsius sollte man dabei aber nicht gehen, sonst verfärbt sich die Schale nicht nur braun und sieht damit ziemlich unappetitlich aus, sondern auch das Fruchtfleisch nimmt die unvorteilhafte Konsistenz an. Man sollte das Obst verzehren, wenn sich dunkle Punkte auf der Schale bilden oder kurz davor, dann schmeckt es perfekt. Aber das hat vermutlich jeder selbst bereits herausgefunden.

Man sollte Bananen übrigens besser nicht mit anderem Obst zusammen lagern. Das ausströmende Gas beeinflusst nämlich auch den Reifeprozess anderer Obstsorten und sorgt unter Umständen dafür, dass dieses ebenfalls schneller reift und dabei möglicherweise rasch schlecht und die Haltbarkeit deutlich verringert wird. Im umgekehrten Falle kann man sich diesen Effekt aber auch zunutze machen, wenn man den Reifeprozess von Bananen etwas beschleunigen möchte. Das in der Schale gespeicherte Gas Ethylen findet sich nämlich auch in Äpfeln in ausreichend hohen Konzentrationen. Gibt man beide Obstsorten in ein Behältnis, am besten luftdicht und auf engem Raum verpackt, bringt man den Reifeprozess etwas auf Trab.

Warum ist die Banane krumm?

Die Erklärung ist ganz einfach. Der Schwerkraft bedingt wachsen die Stauden mit den Früchten nach unten. Die einzelnen Bananenfrüchte baumeln dann daran und zeigen in Richtung Boden. Da der Anblick schnell langweilig wird, wenden sie sich der Sonne zu und versuchen, ihr möglichst nahe zu kommen. Dabei verbiegen sie sich und werden krumm.

Inhaltsstoffe, Nährwerte & Kalorien – Was in der Banane steckt

Bananen enthalten vor allem Kohlenhydrate. Sie sind aber keine Kalorienbombe was daran liegt, dass sie eine niedrige Energiedichte aufweist. Also verhältnismäßig wenige Kalorien pro Gramm Banane. Je weiter der Reifungsprozess fortgeschritten ist, je mehr Stärke wird in Fruchtzucker umgewandelt der als schneller Energielieferant schnell für Kohlenhydrate sorgt. Mit knapp 90 Kalorien auf 100 gramm ist die gelbe Tropenfrucht zwar energiearm im Vergleich mit vielen anderen Lebensmitteln, verglichen mit anderem Obst ist sie aber eher energiereich. Äpfel zum Beispiel liefern nur halb so viele Kalorien. Fett enthält sie nur in Spuren und etwas Protein. Allerdings ist sie reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Neben Magnesium und Kalium ist besonders Vitamin B6 hervorzuheben. Aber auch Vitamin C ist mit immerhin 10 mg vertreten. Während der Kohlenhydratanteil durchschnittlich bei etwa 20 Prozent liegt, liegt der Proteinanteil bei etwa 1,2 Prozent und der Fettanteil bei rund 0,2 Prozent. Die folgende Tabelle listet die Inhaltsstoffe noch einmal übersichtlich und umfassend auf.

Alle Inhaltsstoffe auf einen Blick

Nährwerte pro 100 Gramm Banane
Energie88 kcal
Fettin Spuren
Kohlenhydrate20 g
Vitamine
Vitamin B20,06 mg
Vitamin B60,36 mg
Folsäure15 µg
Vitamin C10 mg
Beta-Carotin30 µg
Vitamin E0,3 mg
Vitamin B10,04 mg
Mineralstoffe
Natrium (Na)1 mg
Kalium (K)370 mg
Calcium (Ca)7 mg
Magnesium (Mg)30 mg
Phosphat (P)20 mg
Eisen (Fe)0,4 mg
Zink (Zn)0,2 mg
Quelle: "Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle"