Ananas – die beliebte Tropenfrucht

Die Ananas gilt als die beliebteste Tropenfrucht nach der Banane und ist das ganze Jahr über erhältlich. Toast Hawaii, Ananas-Bowle – wer kennt diese beiden nicht. In den frühen 50er und 60er Jahren waren sie der Renner auf jeder Party. Allerdings kam die Tropenfrucht damals aus der Dose, da frische Ananas bei uns noch relativ wenig erhältlich waren. Heute findet man die Frucht in jedem Supermarkt und das zu erschwinglichen Preisen. Eine reife Ananas schmeckt herrlich süß und saftig, dazu ist sie ein Schlankmacher dank des geringen Kaloriengehaltes. Auch in der Kosmetik findet die Frucht Verwendung und nicht zuletzt ist sie auch wegen ihres hohen Vitamin- und Mineralstoffgehaltes und des verdauungsfördernden Enzyms Bromelain beliebt. Durch ihr feines Aroma lässt sich die Frucht auch mit zahlreichen Speisen kombinieren. Frische Ananas können zu Marmelade, Konfitüre, Saft, Alkohol und Wein verarbeiten werden, auch trocknen lassen sie sich leicht. Ein großer Teil wird in den Ursprungsländern konserviert und kommt in Dosen zu uns.

Die Ananas gehört zur Familie der Bromeliengewächse und ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die fleischige Fruchtstände – die Ananas – bildet. Die Blätter sind wie schmale Lanzetten, sitzen am Stamm und werden bis zu 120 cm lang. Auf der Oberseite des Stammes wächst der zapfenförmige, etwa 30 cm lange Blütenstand, aus dem sich dann die Frucht entwickelt. Größe, Geschmack und äußere Farbe richten sich nach der Sorte und die Farbe reicht von gelb bis bräunlich, des Fruchtfleisches dagegen von blassem bis zu tiefem Gelb.

Die Geschichte der Ananas reicht vermutlich bis 2.000 Jahre v. Chr. zurück. Indigene Völker des Amazonasgebietes sollen damals schon die Frucht kultiviert haben. Sie war über große Teile Südamerikas bis nach Mexiko verbreitet. Für Europa entdeckte Kolumbus 1493 die Ananas auf Guadeloupe, wo er sie als Willkommensgeschenk erhielt. Schon Ende des 16. Jahrhunderts wurden in den meisten tropischen Regionen der Welt Ananas angepflanzt. Dies lag sicher auch an den für damalige Zeiten großen Handelstätigkeiten und Seefahrten der Portugiesen und Holländer. So gelangte die Pflanze nach Ost- und Westafrika, Indien und China. Der erste europäische Anbau gelang den Holländern mit ihrer Gewächshauskultur. Um 1770 waren Gewächshäuser in England beim Hochadel beliebt und darin wurden auch Ananas gezüchtet. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen mit der Erfindung der Dampfmaschine für Schiffe die ersten Importe von Ananas nach England. Lange Zeit waren frische Ananas für den größten Teil der Bevölkerung zu teuer. Mit der Erfindung der Dosenananas 1890 änderte sich dies. Auf Hawaii wurden extra Plantagen angelegt und Konservenfabriken gebaut, daraus entstand die bekannte heutige Doole Food Gesellschaft. Deshalb wurden Ananas auch lange mit Hawaii assoziiert, obwohl die Hauptanbaugebiete heute in Süd- und Mittelamerika, Südost-Asien, Afrika und Australien liegen.

Frische Ananas enthalten eine ganze Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Allen voran Vitamin A als Beta Carotin, gefolgt von Vitamin C. Weitere sind Vitamin E und verschiedene B-Vitamine sowie Folsäure. An Mineralstoffen sind Kalium, Calcium und Magnesium in größeren Mengen enthalten, daneben Natrium, Eisen, Phosphat und Zink. Bedeutender Inhaltsstoff ist jedoch das eiweißspaltende Enzym Bromelain. Es macht Fleisch zart, ist entzündungshemmend und hilft vor allem bei der Eiweißverdauung und der Fettverbrennung. Daher entwickelten sich auch die verschiedenen Ananas-Diäten. Außerdem haben 100 g frische Ananas nur 55 Kalorien. Vorsicht bei Torten und Obstkuchen: Die in frischen Ananas enthaltenen Enzyme verhindern das Erstarren des Tortengusses. Daher sollten für diesen Zweck Dosenananas genommen werden.

Die gesundheitlichen Aspekte der frischen Ananas sind vielseitig. Allein schon wegen ihrer Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme, die auf jeden Fall die Immunkraft stärken und bei der Verdauung helfen. Die Bevölkerung in den Ursprungsländern setzt Ananas auch ein bei Blasen- und Nierenbeschwerden, Halsschmerzen und besonders wirkungsvoll soll die Frucht bei Darmparasiten jeder Art sein.

Menschen mit empfindlichem Magen und Leberkranke sollten aufgrund der reichlich enthaltenen Fruchtsäure süße Sorten bevorzugen und nur vollständig ausgereifte Früchte essen. Wer an Übersäuerung leidet, dem helfen Ananas durch die Mineralstoffe den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.

Eine Ananas sollte nur reif gekauft werden. Bestes Zeichen: intensiver Duft und auf Fingerdruck gibt das Fruchtfleisch leicht nach. In diesem Stadium kann die Frucht maximal 2-3 Tage gelagert werden, jedoch nicht im Kühlschrank. Nur angeschnittene Früchte gehören in die Kühlung.