Kidneybohnen: Das unterschätzte Superfood

Wer gern mexikanisch isst, kennt die nierenförmigen roten Kidneybohnen gut, denn sie finden sich in vielen Gerichten. Ansonsten werden sie allerdings viel zu selten eingesetzt, obwohl es sich um ein sehr gesundes Gemüse handelt. Kidneybohnen (das englische Wort kidney bedeutet Niere) haben zahlreiche Vorzüge und sind heutzutage sogar beim Discounter als ständiger Artikel erhältlich: Zeit für einen Überblick über diese ausgefallene Bohne.

Die Herkunft der Kidneybohne ist bekannt: Sie stammt aus dem Gebiet des heutigen Peru, wo sie seit vielen Jahrhunderten angebaut wird. Von hier aus verbreitete sie sich zunächst in Mittelamerika, bevor mit der Landung der Spanier 1532 die Kolonialzeit begann. Wie zahlreiche andere Produkte der Neuen Welt fand nun auch die Kidneybohne ihren Weg nach Europa. Da die Pflanze ein feuchtes Klima braucht, sich aber gut anpassen kann, wird sie heute in Amerika, Afrika, aber auch in Europa und sogar in China angebaut. Wer möchte, kann sie recht problemlos im eigenen Garten heranziehen.

Das Besondere an Kidneybohnen sind nicht nur ihre Inhaltsstoffe, sondern auch die rote Farbe. Sie bleibt erhalten, wenn die Bohnen gekocht werden, was bei anderen Sorten nicht unbedingt der Fall ist. Kidneys gehören zur Gattung der Gartenbohnen, sind aber Bohnenkerne, da sie anders als beispielsweise grüne Bohnen ohne ihre Hülsen verzehrt werden.

Mancher bezeichnet die roten nierenförmigen Bohnen (die nicht mit anderen roten Bohnensorten zu verwechseln sind) zu Recht als Superfood, denn sie sind sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen: In erster Linie sind Magnesium, Kalium, Kalzium und Phosphor zu nennen, aber auch fast ein Dutzend Aminosäuren. Zudem enthalten sie viel Protein und wichtige Ballaststoffe. So dienen die Bohnen unter anderem dem Muskelaufbau und -erhalt, auch sind sie vorteilhaft für die Nerven. Sie werden im Darm zersetzt, daher kann es manchmal Blähungen geben. Dagegen helfen Gewürze wie Anis, Kümmel und Fenchel. Außerdem könnten Kidneybohnen Krebs vorbeugen, das zumindest legen eine langjährige wissenschaftliche Studie aus Japan sowie weitere Forschungen nahe. Die aus den Pflanzen gezogenen Extrakte hemmten in Versuchen die sogenannten freien Radikalen im Körper.

Wir sollten also mehr Hülsenfrüchte, darunter auch Kidneybohnen, essen. Diese lassen sich sehr einfach in viele Rezepte integrieren. Dosen mit vorgekochten Kidneys finden sich in jedem Supermarkt, die rohe Variante gibt es beispielsweise in Reformhäusern. Diese müssen allerdings mindestens acht Stunden eingeweicht und dann knapp eine Stunde gekocht werden. Rezepte mit Kidneybohnen finden sich zahlreich im Internet, angefangen mit dem beliebten Chili con Carne, das natürlich auch fleischlos zubereitet werden kann.