Guaven: Mehr Vitamin C als Orangen und Zitronen!

Die echten Guaven, Psidium guajava, Guyaba oder Goiaba, gehören zu den Myrtengewächsen. Die immergrünen Sträucher mit den weißen, magnolienähnlichen Blüten sind nicht nur dekorative Zimmer- und Gartenpflanzen. Die exotischen wohlschmeckenden Früchte können direkt vom Strauch geerntet und gegessen werden. Wildwachsend erreichen die Myrtengewächse eine Höhe von 12 Metern. Durch das Ablösen der Rinde erhalten die Stämme ihre charkateristische, beige grüne Farbe.

Woher die gesunde Frucht kommt

Die Guaven stammen ursprünglich aus den neo- tropischen Gebieten Südamerikas, wahrscheinlich aus Mexiko und Brasilien. Bei archäologischen Ausgrabungen konnte die vor Jahrtausenden erfolgte Kultivierung der Guave in Peru nachgewiesen werden. Durch spanische und portugiesische Seefahrer wurde die tropische Pflanze auf den Philippinen und in Indien verbreitet. Im 19. Jahrhundert weitete sich das Verbreitungsgebiet der Guaven auf Nordafrika, den Nahen Osten und die französische Mittelmeerküste aus. 1912 wurde die erste kommerzielle Guaven- Plantage in Florida eröffnet. Heute werden die exotischen Früchte in subtropischen und tropischen Gebieten von Südafrika, Südamerika, USA, Indien, Malaysien und einigen Mittelmeerländern angebaut. In den Tropen sind die Früchte das ganze Jahr über erhältlich. Von Februar bis Mai erfolgt die Lieferung der Exoten vor allem aus Südamerika, von September bis November werden auch Früchte aus Israel und Kalifornien angeboten.

Diese Sorten gibt es

Die birnenförmigen oder runden, grün gelben Früchte werden bis zu 8 Zentimeter lang. Das abhängig von der Sorte grüne, weiße oder rote Fruchtfleisch ist von Kernen durchsetzt, die von einer harten Samenschale umhüllt sind. Am saftigsten sind die aus Peru stammenden gelben oder roten Erdbeerguaven, die allerdings viele kleine Kerne enthalten. Die rotschaligen Beeren strömen einen intensiven, fruchtigen Duft aus. Das weißliche Fruchtfleisch schmeckt würzig und süß. Die Ananasguave, Feioja, aus Brasilien enthält in dem gelblichen Fruchtfleisch weniger Kerne. Ihr ‚Geschmack erinnert an eine Mischung aus Erdbeeren, Zitrone und Guave. Die gelbe Guave oder Zitronenguave ist eine gelbe Variante der Erdbeerguave. Die Früchte mit dem tropisch fruchtigen Geschmack und Geruch eignen sich vor allem für Marmeladen, Fruchtsalate und Drinks. Die Guinea Guave ist vor allem in Südamerika verbreitet. Ihre Schale ist rötlich grün, das Fruchtfleisch hell. Die Fareng Guave aus Thailand wird bis zu einem Kilogramm schwer. Unter der gelben Schale befindet sich ein weißes Fruchtfleisch, das wenige Samen enthält. Der Geschmack erinnert an einen säuerlichen Apfel.

Ernte, Reifung und Lagerung

Guaven werden in halbreifem Zustand mit gelb grüner Schale geerntet. Halbreife Früchte, die bei Zimmertemperatur schnell nachreifen, können bis zu drei Wochen gelagert werden. Die Nachreifung kann durch Lagerung in einer Plastiktüte beschleunigt werden. Reife Guaven besitzen eine weiche, tiefgelbe oder grünliche Schale, die auf Druck leicht nachgibt. Die reifen Exoten verströmen einen intensiven blumigen Geruch, auf der Schale befinden sich kleine, schwarze Punkte. Reife Guaven können im Kühlschrank maximal zwei Tage aufbewahrt werden.

Wie man das gesunde Superfood am besten verzehrt

Sobald die exotische Frucht reif ist, können Schale, Fruchtfleisch und Kerne gegessen werden. Das weiche, leicht schleimige Fruchtfleisch schmeckt süß- säuerlich. Die Schale hat einen etwas bitteren Geschmack. Wird die Guave gekocht, verändert sich die Farbe des Fruchtfleischs zu einem lachsrot. Ist die Guave überreif, ist die Schale nicht mehr glatt, sondern welk. Zu diesem Zeitpunkt können im Bereich des Fruchtfleischs bereits faulige Stellen enthalten sein. Die Beere sollte nicht mehr gegessen werden. Guaven eignen sich in der Küche nicht nur für Desserts, als Belag für Torten, Obstsalat und Drinks, sie ergänzen mit ihrem fruchtigen Geschmack Fleisch- und Fischgerichte. Auch mit Käse harmonieren die vielseitigen Früchte gut.

Inhaltsstoffe, Nährwerte & Kalorien

Die vielseitige Frucht bietet aber nicht nur ein außerordentliches Geschmackserlebnis, sie enthält auch viele gesunde Inhaltsstoffe.

Guaven sind Vitamin- C- Kraftpakete, sie enthalten dreimal so viel Vitamin C, wie Orangen und andere Zitrusfrüchte. In 100 Gramm der exotischen Beeren sind 275 Milligramm Vitamin C enthalten. Das Immunsystem wird gefördert und die Abwehr für Krankheitserreger gesteigert. Freie Radikale werden gebunden, die Zellfunktion wird unterstützt. Vitamin A unterstützt die Erneuerung der Hautzellen und Haare und beugt Erkrankungen der Netzhaut und des Sehnervs vor. Die Früchte enthalten 80 % Wasser und sind deshalb sehr kalorienarm, in 100 Gramm Fruchtfleisch sind nur 34 kcal enthalten. Eisen fördert die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und der roten Blutkörperchen. Der Sauerstofftransport zu den Organen wird verbessert. Kalzium sorgt für gesunde Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Zähne. Natrium unterstützt die Herzfunktion. Kalium fördert die Ausscheidungsfunktion der Niere und wirkt entwässernd. Magnesium unterstützt die Funktion von Muskeln und Nerven. Die enthaltenen Ballaststoffe sorgen für eine geregelt Verdauung und halten gemeinsam mit den Fruchtsäuren die Bakterienflora des Darms in einem gesunden Gleichgewicht. Pektine wirken als natürliche Appetitbremse und schützen vor Fettleibigkeit und Bluthochdruck. Lykopin, ein sekundärer Pflanzenstoff, beugt Herz- Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen der Prostata vor. Die Haut wird vor UV- Strahlen der Sonne geschützt. In Hawaii und Mittelamerika werden auch die Blätter der Guave für medizinische Zwecke verwendet. Sie werden hauptsächlich für die Behandlung von Durchfall und Zahnerkrankungen eingesetzt, da die Blätter eine antibiotische und antiallergische Wirkung besitzen.

Egal ob die Früchte ausgelöffelt, mit der Schale gegessen oder als Saft getrunken werden, die köstlichen Früchte bereichern mit ihrem exotischen Flair jeden Obstteller.