Grüner Tee – Was ihn so unglaublich gesund macht

Grüner Tee ist eines der ältesten Getränke. Seit Jahrhunderten werden den mit Wasser aufgebrühten Blättern besondere Heilkräfte zugeschrieben.

Lange Tradition

Die Teepflanze gehört zu den Kamelien. Für die Teegewinnung werden zwei Varianten genutzt. Camellia sinensis, Chinasaatpflanze, stammt aus dem südchinesischen Hochland. Die bis zu 140 Jahre alte Pflanze kann eine Wuchshöhe acht Metern erreichen. Der aus den Blättern gewonnene, helle, leichte Tee entfaltet in der Tasse eine Vielzahl von Aromen.

Camellia sinensis var. assamica wächst vor allem in Ebenen und Sumpfgebieten. Die 18 Meter hohe Teepflanze stammt ursprünglich aus Bangladesch und Assam. Der Tee aus den Blättern der Assamsaatpflanze ist dunkler, kräftiger und enthält mehr Bitterstoffe.

Anbau

Aus Stecklingen beider Teepflanzenvariationen werden Kreuzungen gezüchtet, die die Vorteile beider Teesorten in sich vereinen.

Der Anbau der Teepflanze hat in China seit mehreren Jahrtausenden Tradition. Im 6. Jahrhundert v. Chr. gelangte die Pflanze mit buddhistischen Mönchen nach Japan, wo die Zubereitung von Tee im Rahmen einer eigenen Zeremonie ihren Höhepunkt fand. Ab dem 16. Jahrhundert wurde aufgebrühter Blattee auch in Europa vermehrt getrunken.

Zubereitung

Für die Teezubereitung verwendet man Blätter und Knospen, die nicht fermentiert werden. Nach dem Welken werden die Teeblätter auf Matten über heißem Wasser gedämpft getrocknet. Anschließend wird das Teeblatt gerollt, damit sich die Wirkstoffe in der Kanne voll entfalten können. Grüner Tee sollte nicht mit kochendem Wasser aufgegossen werden. Abhängig von der Sorte ist eine Wassertemperatur von 60° – 80° und eine Ziehzeit von ein bis vier Minuten erforderlich, um das beste Geschmackserlebnis zu erzielen. Um den Koffeinanteil zu reduzieren, wird ein zweiter Aufguss mit weniger Wasser zubereitet. Damit der grüne Tee seine Qualität behält, muss er trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Licht lässt die Teeblätter schnell altern, der Wirkstoffgehalt sinkt.

Grüner Tee ist gesund: Das steckt drin

Durch die schonende Dämpfung bleiben die 300 Wirkstoffe fast unverändert im Teeblatt erhalten. Der wichtigste Inhaltsstoff ist Koffein, das für die anregende und leistungssteigernde Wirkung verantwortlich ist. Abhängig von der Sorte sind 1-4 % Koffein in grünem Tee enthalten. Der höchste Energiekick entsteht durch den Genuss von Matcha.

Grüner Tee enthält mit 16 % mehr Gerbstoffe als schwarzer, fermentierter Tee. Der hohe Gehalt an Flavonoiden, der dem grünen Tee seine charakteristische Farbe verleiht, ist auch für die Heilwirkung verantwortlich. Die sekundären Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend und unterstützen die Herzfunktion. Sie reduzieren Ablagerungen an Gefäßwänden und beugen der Zellalterung durch Bindung freier Radikale vor. A- und B—Vitamine fördern das Immunsystem. Catechine, Polyphenole, die dem grünen Tee bei längeren Ziehzeiten einen leicht bitteren Geschmack verleihen, sind wichtige Antioxidantien. EGCG (Epigallocatechin), welches ein Drittel der Trockenmasse des grünen Tees ausmacht, verhindert die Entstehung von Diabetes Typ 2, Fettsucht und Bluthochdruck. Die Aufspaltung der Stärke wird verlangsamt, der Blutzuckerspiegel bleibt stabil.

Für die gesundheitsfördernde Wirkung von grünem Tee ist nicht ein einzelner Wirkstoff verantwortlich. Es ist die Kombination verschiedener Sorten, die Wechselwirkung aller Inhaltsstoffe und die Zubereitung, die sich positiv auf den Gesundheitszustand auswirken.

Sorten

Grüner Tee wird in China, Japan und Indien angebaut und von dort in die ganze Welt exportiert. Ob rein, oder als Mischung, es sind viele Variationen erhältlich.

Die bekannteste Sorte aus Japan ist Matcha, bei dem das Teeblatt zu feinem Pulver zerrieben wird. Der Anbau von Matcha ist einzigartig, da die Teepflanze drei bis vier Wochen vor der Ernte mit Reismatten abgedeckt wird. Durch die Beschattung wächst die Pflanze vor allem in die Breite, die Nährstoffe ziehen sich in die Stiele der dünnen Blätter zurück. Das fehlende Sonnenlicht bewirkt, dass weniger Gerbstoffe gebildet werden, der Geschmack ist süßlich- mild. Bei der ersten Pflückung werden nur die beiden obersten Blätter und die Knospe geerntet. Nach einer Bedampfung von 30 Sekunden werden die Blätter mit Heißluftgebläsen in Netzen getrocknet. Die weitere Trocknung wird in einem Backsteinofen fortgesetzt, bis der Feuchtigkeitsgehalt unter 5 % liegt. Nach Abtrennen der Blattadern bleiben flockige Blattanteile zurück, die für mehrere Monate gelagert werden, bevor sie mit Steinmühlen zu einem feinen Pulver vermahlen werden. Durch die langsame Verarbeitung bleiben die grüne Farbe und der milde Geschmack erhalten.

Japanischer Sencha Tee wächst unter Sonnenbestrahlung auf offenen Feldern. Bei der Trocknung werden die dunkelgrünen Blätter fortlaufend geknetet. Das Resultat ist ein aromatischer, kräftiger, frischer Geschmack.

Malzige Röstaromen kennzeichnen den mit gepufften Reiskörnern versetzten Genmaicha, der einen großen Anteil an Gamma- Aminosäuren enthält. Die Sorte Banchza weist einen sehr niedrigen Koffeingehalt auf, da die Ernte erst ab dem vierten Blatt erfolgt.

Der bekannteste chinesische Grüntee ist der Gunpowder. Die zu Kugeln gerollten Blätter haben einen erdigen Geschmack. Im chinesischen Hochgebirge wächst Mao Feng. Die erste Ernte, Mao Feng Criss Cross, ist eine Teerarität mit einem feinen, süßen Geschmack.

Yunnan Green Tee ist ein Grüntee aus der Provinz Yunnan. Der spritzige, süßliche Geschmack erinnert an das Aroma von Heublumen. Diese Teesorte eignet sich für Tee- Cocktails und erfrischenden Eistee.
Jede Sorte des grünen Tees verfügt über ihren eigenen, individuellen Geschmack. Allen gemeinsam ist die Förderung der Gesundheit und die Verzögerung des Alterungsprozesses.